Das IP-ShareMedia Forum – Ein Erfahrungsbericht

Am 29.11.2011 fand im Gästehaus der Goethe Universität das erste IP-ShareMedia Forum in Frankfurt statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen aktuelle Themen wie Konzepte und Lösungen für IT  für nachhaltige Planung, Partizipation und Team- und Wissensarbeit. Dabei gelang dem Veranstalter, der Frankfurter IP-ShareMedia unter Leitung von deren Gründer, Georg von Nessler zusammen mit Kooperationspartnern wie der Deutschen Gesellschaft für Informations-wissenschaft und -praxis DGI, den Unternehmen ennovatis, Siemens und UNISYS, um nur einige zu nennen, eine attraktive Synthese aus hochkarätiger Fachveranstaltung und zwanglosem Get-together.

Den ca. 70 geladenen Gästen boten die großzügigen Räumlichkeiten des noblen Gästehauses der Goethe-Universität einen ebenso exklusiven wie angenehmen Veranstaltungsort, so dass man bei einem Begrüßungstrunk schnell miteinander, z.B. in der Rolle als Lieferant und Kunde,  ins Gespräch kam. Hier für Sie zum Download der Programm-Flyer 2011   des IP-ShareMedia Dialog Forums.

Die Forumsteilnehmer aus verschiedenen Disziplinen und mit oftmals spannendem beruflichen Hintergrund tauschten sich daher bereits im Vorfeld der Fachvorträge lebhaft aus. Um 13:00 Uhr begrüßte der Gastgeber die Anwesenden und stimmte sie damit auf die anschließenden Vorträge ein. Als erster wandte sich Herr Jörg Lange,  Präsident und Vorstandsmitglied des Klubs deutscher Architekten und Ingenieure in Moskau KDAI, in einem Grußwort an die Teilnehmer, gefolgt von Herrn Alfred Fuhr,
IP-Dialog  Frankfurt, der eine gleiche Veranstaltung für 2013 in Moskau ankündigte.

Um 13:30 Uhr eröffnete Herr Prof. Dr. Stefan Gradmann von der Berliner Humboldt-Universität die Reihe der Fachvorträge. Entsprechend seiner Rolle als DGI-Präsident war der Titel seines Themas „Viel Information ist nicht genug: vom Umgang mit Wissen in Betrieben“. Darin behandelte er u.a. Begriffe wie Information und Wissen und,  hochaktuell in Hinsicht auf das zuküntige Web 3, Semantische Technologien.

Ausgehend von der stetig ansteigenden Datenmenge pro Jahr resümierte er, dass Wissen Information im Kontext bedeute, und demzufolge Information ohne Kontext wertlos seien, eine Tatsache, die jeder Information Professional und Wissensarbeiter widerspruchslos akzeptiert. Einen weiteren Punkt seiner Rede bildete das problematische Anteilsverhältnis vom implizitem zum explizitem Wissen in den Unternehmen, wobei erstes naturgemäß überwiegt und somit den Betrieb einem riskantem, weil ungewollten mittel- bis langfristigen Braindrain aussetzt. Einen ersten Lösungsansatz sieht er in der Wissensdokumentation, um implizites Wissen zu externalisieren, was aber traditionell mit prohibitivem Aufwand verbunden sei.

Ein weiteres Thema befasste sich mit der Entwicklung vom Web der Dokumente zum Linked Data Web, in welchem ontologie-basierte Kontextbezüge zwischen den einzelnen Webressourcen hergestellt werden, um aus dem Kontext logische Folgerungen ziehen zu können. Somit besteht dieses „Semantic Web“ nicht aus einem unüberschaubaren Datengraph aus miteinander             ver-knüpften Webseiten, sondern aus Beziehungen bzw. „Kanten“ mit einer wohl definierten Semantik.  Ein viel versprechender Beitrag zur Nutzung des „Web of Data“ ist der kostenlose Web Service Open Calais: Er analysiert unstrukturierte, natürlich-sprachige Texte, extrahiert daraus Metadaten zu den im Inhalt vorkommenden Personen, Organisationen, Orten, Fakten und Ereignissen und analysiert die Beziehungen dieser Entitäten zueinander. Die neue Version 4 verlinkt diese Metadaten gemäß Linked-Data-Standards mit externen Ressourcen wie zum Beispiel Wikipedia. Chancen für Unternehmen sieht Professor         Gradmann in der Informationsaggregation und -verdichtung und einer damit verbundenen Effizienzsteigerung. Auch sieht er im „Web of Data“ nicht die Ablösung von Social Media, sondern vielmehr die Kombination beider Technologien.

Im Anschluss ( Videoaufzeichnung des Vortrags )  äußerte sich Frau Claudia Bremer, Dipl.-Volkswirtin MBA und Geschäftsführerin studiumdigitale der Goethe-Universität zum Thema „E-Learning“, in dem sie dessen Mehrwert darstellte: vernetztes Lernen, verminderte Reisezeiten, das Erreichen neuer Zielgruppen, wie ein Projekt bei DaimlerChrysler zeigt, sowie die Unterstützung kognitiver Prozesse, wird im Rahmen eines Web Based Training Interaktivität ermöglicht, der Lernprozess wird organisiert und neue Lern- und Lehrformen werden etabliert.

Den dritten Vortrag hielt der Gastgeber selbst ( Videoaufzeichnung des Vortrags ) .  Sein spannendes Thema „Digitale Ökosysteme / Wissensgärten“ stellte beispiel-haft neue Ansätze und Räume der Wertschöpfung aus Praxissicht dar, in der Akteure bzw. Innovatoren die Wissensgärtner sind. Diese würden den Boden für Wissensräume vorbereiten und Kompetenzen erkennen und vermitteln durch Vernetzung von internen und externen Wissensträgern. Voraussetzung sei die Abkehr von einer linearen Kommunikation und von linearen Vorgehensmodellen. So erfordere effiziente Team- und Wissensarbeit die Wandlung vom ProdUser zum Wissensgärtner, um Informationen zu finden, die sie nicht gesucht haben.
Daten, Informationen und Wissen müssten in immer neuen Kontextualisierungen gesehen und somit gleichsam recycelt werden, um den ROI zu steigern. Bezüglich Methoden- oder Kompetenz-vernetzung bedürfe es eines vertieften Onine-/Offline-Netzwerkes mit dem Ziel der Teilhabe an der Team- und Wissensarbeit, dem Gemeinsinn für diese und der Förderung von Akteurengruppen.   

Im Anschluss skizzierte er die Nachfragersituation am Informationsmarkt anhand dessen Entwicklung von 1945 bis 2011. So war die Zeit von 1945 bis 2011 durch die Wandlung vom Anbieter- zum Nachfragermarkt gekennzeichnet, wobei die Innovati-onszyklen zwischen 1970 und 1990 immer kürzer wurden. Ebenso verringerte sich das Time-to-Market, die Markteinführung neuer Produkte, durch immer kürzere FuE-Zeitspannen. Von 1990 bis 2000 führte dagegen eine hohe Spezialisierung zu einem mikroskopischen Blick.

Herr David Krämer, Dipl.-Ing.Arch. und Geschäftsführer der Planungsgesellschaft mbH Planquadrat 4, beendete die Vortrags- reihe ( Videoaufzeichnung des Vortrags ) . Sein Beitrag „Gute Planung hat gute Vorgaben – Anforderungsmanagement für Immobilienprojekte“ beleuchtete             anschaulich die Planungsproblematik in der Immobilienplanung. So sei die Lösungsfindung Sache von Profis, nicht die von Laien. Auch sollten keine überflüssigen Anforderung hinsichtlich der Ausstattung gestellt werden. Nachvollziehbare Anforder- ungen seien dagegen die der Kunden und Produkte, die technische und Gebäudefunktion sowie die konkrete Baustelle und die betreffenden Räume. Hierbei seien Interdependenzen zu beachten und Anforderungen zu definieren. Insbesondere das Anfor- derungsmanagement prüft und steuert Erfordernisse, verhindere Überflüssiges und ermögliche eine lebenszyklische Entwick-  lumg der Anforderungen. Anforderungskonflikte und Probleme seien während der Projektumsetzung frühzeitig zu erkennen, der Betrieb und dessen Erträge sind früh und umfassend im Entwicklungsprozess der Immobilie zu berücksichtigen, Termin und Kostensicherheit durch Vermeidung unnötiger Planungsschleifen zu vermeiden.

Nach einer kurzen Pause folgte um 16:15 Uhr die Posterdiskussion. Beim anschließendem Postermarkt stellten sich die teilneh-menden Firmen dem Publikum vor, wobei die Gäste danach in einem Get-in-Contact gezielte Fragen stellen konnten.

Ab 18:30 wurde diese rundum gelungene Veranstaltung mit einem  abschließenden Catering auf angenehme Weise abgerundet, bei dem wirklich keine Wünsche offen blieben und den Besuchern und Referenten nochmals die Gelegenheit zum Austausch und Networking bot. Hier für Sie zum Download der Programm-Flyer 2011  

Resümee:

Alles in allem eine Veranstaltung mit hochkarätigen Vorträgen und interessanten Diskussionen unter den Teilnehmern. Möchten Sie an einer Folgeveranstaltung im November 2013  als Referent, Poster- Aussteller  oder Besucher teilnehmen, wenden Sie sich bitte direkt an den Projektleiter Georg von Nessler, unter:  Nessler@IP-ShareMedia.de.  Weitere Veranstaltungen sind auch wieder in der  Türkei und in  Russland geplant.

 

Programm-Flyer IP-ShareMedia Forum